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Ansiedlung braucht Forschung und Entwicklung
„Nicht nur die Solarwirtschaft in Not - was tun?“ war das Thema eines Unternehmertreffens mit rund 50 Teilnehmern am Montag im Frankfurter City Park Hotel. Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) hatte dazu eingeladen. Im Podium saßen neben BVMW-Landesgeschäftsführer Dr. Dieter Kapell der Wirtschaftsminister des Landes Brandenburg, Ralf Christoffers, Oberbürgermeister Dr. Matin Wilke und die Bürgermeisterin von Eisenhüttenstadt, Dagmar Püschel. Unter den Gästen befanden sich unter anderem der Personalchef für Europa von First Solar, Herwig Alt, sowie Vertreter mittelständischer Unternehmen, die durch den Rückzug des Solarunternehmens selbst wirtschaftlich betroffen sind.
„Die Mitarbeiter von First Solar müssen im Herbst gehen. Landesregierung und Arbeitsagentur bemühen sich um Lösungen für sie. Unsere Mitarbeiter mussten wir zum Teil bereits entlassen. Wir sind auf uns angewiesen, auch wenn wir nicht klagen, sondern an neuen Konzepten arbeiten“, erläuterte beispielsweise Michael Lange von der Firma Thews & Partner, die als Dienstleister für First Solar neue Kapazitäten geschaffen und weitere Reserven vorgehalten hatte.
Alt schilderte den Preisverfall bei Solarmodulen um 40 Prozent im vergangenen und voraussichtlich weitere 30 Prozent in diesem Jahr. First Solar habe, um als Unternehmen zu überleben, seine Strategie ändern müssen und wende sich statt Europa nunmehr verstärkt Saudiarabien, Indien, China und den USA zu. In Frankfurt liefen die Verhandlungen über einen Sozialplan. Zudem beteilige sich First Solar an der Suche nach potentiellen Investoren.
Ungeachtet der weltweiten Entwicklung in der Branche sehen nahezu alle Beteiligten ein Versagen der Bundespolitik als Mitursache für das Kollabieren der Solarindustrie nicht nur an der Oder.
Zum ersten Mal in der Geschichte habe Deutschland mit der Novelle des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) Unsicherheit für die Investoren erzeugt, führte Minister Christoffers aus. Die brandenburgische Landesregierung war mit Thüringen und Nordrheinwestfalen aktiv daran beteiligt, die geplanten Änderungen im Bundesrat zu kippen. „Jetzt muss der Vermittlungsausschuss schnell zu Ergebnissen kommen“, so Christoffers. „Am Weggang von First Solar ändert das nichts.“
In Potsdam wurden drei Arbeitsgruppen gebildet, um Investoren zu suchen und gemeinsam mit der Arbeitsagentur Lösungen für die Beschäftigten zu suchen.Auch die Rückzahlung von Fördermitteln werde geprüft. Der regionale Entwicklungskern Frankfurt / Eisenhüttenstadt soll entwicklungspolitisch im Fokus der Landesregierung stehen. Kurzfristige Lösungen erwartet dennoch niemand.
Dr. Martin Wilke bezeichnete die Bundespolitik als Dilettantismus. Zudem kritisierte er, dass Berlin die betroffenen Regionen allein lasse. Die Stadt könne die Dimension der finanziellen Ausfälle nicht in einem Jahr beheben, prüfe aber ihre Ausgaben und rechne mit Hilfe des Landes. Forschungs- und Entwicklungskapazitäten müssten entwickelt, die Wertschöpfung pro Kopf erhöht werden.
Es dürfe nicht hingenommen werden, dass die ostdeutschen Bundesländer seit Jahren bei den Leistungsindikatoren der Stadorte bei zwei Dritteln des westdeutschen Durchschnitts stagniere.
Dagmar Püschel wandte sich gegen den Rückbau der Infrastruktur in der Region. Der geplante Wegfall von acht Zügen pro Tag sei ein Signal, das die regionale Entwicklung konterkariere, so die Bürgermeisterin von Eisenhüttenstadt.
Mehrheitlich unterstützten die Teilnehmer des Unternehmertreffens den Frankfurter Aufruf, mit dem sich Wirtschaftskammern, Bundesverband mittelständische Wirtschaft und andere Wirtschaftsverbände und Vereinigungen vor gut einer Woche zu Wort gemeldet hatten. Auch Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke bekannte sich ausdrücklich zu diesem kritischen Positionspapier.
Mittelstand verabschiedet Frankfurter Aufruf
Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft hat gemeinsam mit den Wirtschaftskammern und anderen Initiatoren einen "Frankfurter Aufruf" verabschiedet, in dem Eckpunkte der weiteren Entwicklung Ostbrandenburgs - gerade nach dem Rückzug des amerikanischen Unternehmens First Solar aus Frankfurt (Oder) - fixiert und entsprechende Forderungen an die Politik formuliert werden. "Es ist gut, wenn die Interessenvertreter des Mittelstandes sich Gehör verschaffen", so BVMW-Landesgeschäftsführer Dr. Dieter Kapell.
Frankfurter Aufruf
Ostbrandenburg hat in den vergangenen Jahren eine dynamische Strukturentwicklung vollzogen. Die Region hat sich zu einem Zentrum der Solarindustrie in Deutschland entwickelt. Global Player der Branche, Zulieferer und innovative regionale Unternehmen bilden eine enge Wertschöpfungskette. Die Bundesregierung hat alternative Energien gezielt unterstützt und Regionen damit eine wirtschaftliche Perspektive gegeben.
Befördert wurde diese Entwicklung auch durch die Wirtschaftspolitik der brandenburgischen Landesregierung. Der Fokus wurde auf Regionale Wachstumskerne (RWK) gelegt.
Frankfurt (Oder), als einer von 15 RWK im Land Brandenburg, wurde dabei als ein Standort mit überdurchschnittlicher wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Leistungsfähigkeit und hohen Ausstrahleffekten umfassend unterstützt. Damit verbunden waren erhöhte Gewerbesteuereinnahmen, eine steigende Kaufkraft und eine Stabilisierung der Einwohnerzahlen.
Frankfurt (Oder) hat die Wachstumschancen, die die Solartechnologie geboten hat, voll genutzt und dadurch weit über die Stadt hinaus erheblich zur Belebung der gesamten Region beigetragen. Die Stadt hat sich international als Investitionsstandort durchgesetzt.
Trotz des kurzfristigen Rückzuges von First Solar mit erheblich negativen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, sind die Ansiedlungsbedingungen für Investoren sehr gut.
Wir erwarten von der Bundes- und Landesregierung und der Stadt Frankfurt (Oder), die Standortentwicklung und –festigung in Ostbrandenburg durch geeignete Maßnahmen zu unterstützen und somit ihrer Verantwortung gegenüber den Bürgern, Unternehmen, Arbeitnehmern und insbesondere jungen Familien gerecht zu werden. Die Dynamik der letzten Jahre muss für die Sicherung und Schaffung weiterer qualifizierter Arbeitsplätze genutzt werden. Nur dadurch entsteht Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit der Region.
Wir stellen deshalb folgende Forderungen und bieten unsere uneingeschränkte Unterstützung an:
Fokussierung der Ansiedlungsaktivitäten auf den Technologiestandort Frankfurt (Oder)
Die Aktivitäten der wirtschaftsfördernden Einrichtungen des Bundes (GTAI), des Landes Brandenburg (ZAB) und der Region (ICOB) sind sofort zu bündeln und strategisch auf Wachstumsbranchen auszurichten.
Schaffung eines Entwicklungsfonds für Frankfurt (Oder)
Zur finanziellen Absicherung von Investitionsförderung ist aus Rückforderungen von First Solar und weiteren Mitteln des Landes und Bundes ein Entwicklungsfonds zu bilden. Der Bund ist in der Pflicht, die regionalen Folgen der Kurskorrektur der Energiepolitik in Frankfurt (Oder) auszugleichen und ebenfalls Mittel für einen Entwicklungsfonds zur Verfügung zu stellen.
Aufbau von Forschungs- und Entwicklungskapazitäten in Zukunftsbranchen
Die Entwicklung der Solartechnologie in der Region zeigt, ausschließliche Investitions- und Absatzförderung schafft keine Innovation. Parallel zur Ansiedlung neuer Unternehmen in aussichtsreichen Technologiefeldern ist der Aufbau von Forschungs- und Entwicklungskapazitäten renommierter Gesellschaften (z.B. Fraunhofer, Leibnitz) zwingend erforderlich. Thematische Schwerpunkte sind mit den regionalen Wirtschafts- und Wissenschaftseinrichtungen zu bestimmen und in der Startphase durch Bundes- und Landesmittel zu finanzieren.
Ausbau der wirtschaftsnahen Infrastruktur
Konsequente Umsetzung der geplanten Infrastrukturvorhaben des Landes zur verkehrstechnischen Anbindung der Industriegebiete und der Verbindungswege im Regionalen Wachstumskern Frankfurt (Oder) / Eisenhüttenstadt.
Stärkung des Bildungsstandorts
Die Zukunftsfähigkeit neuer Technologien ist nur durch entsprechende Berufs- und Hochschulausbildung zu sichern. Deshalb muss die Ausbildung in technisch-gewerblichen Berufen am Standort Frankfurt (Oder) gestärkt werden. Die Hochschulausbildung in technischen Disziplinen, ist am Standort zu etablieren.
Stärkung des Verwaltungsstandortes Frankfurt (Oder)
Die Glaubwürdigkeit der Bundes- und Landesregierung für das Engagement für Frankfurt (Oder) hängt auch am Bekenntnis zum Verwaltungsstandort. In der jetzigen Situation kann kein weiterer Abzug von Verwaltungsbehörden erfolgen. Bund und Land werden aufgefordert, die Ansiedlung von EU-, Bundes- und Landesbehörden zu prüfen und zu fördern.
Die regionale Wirtschaft wird mit ihren Netzwerken überregional und international für den Standort werben und gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung potentielle Investoren ansprechen.
Unsere Unternehmen in der Region sind aufgerufen, sich mit allen Kräften für den Verbleib der Fachkräfte aus der Solarwirtschaft zu engagieren. Es sollten Initiativen aus dem Bestand der Unternehmen entwickelt werden, um neue Impulse für Wachstum, Innovationen und Beschäftigung zu generieren.
Dr. Dieter Kapell
BVMW - Bundesverband mittelständische Wirtschaft
Wolfgang Zithier
Hauptgeschäftsführer
Handwerkskammer Frankfurt (Oder)
Gundolf Schülke
Hauptgeschäftsführer
IHK Ostbrandenburg
André Münzer
Vorstandsvorsitzender
Hanse Club Wirtschaft für Frankfurt
und Eisenhüttenstadt e.V.
Prof. Dr. sc. techn. Hans Richter
Vorstandsvorsitzender
Gesellschaft zur Förderung von Wissenschaft und Wirtschaft e. V.
Eberhard Tomsche
uvb - Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e.V.
Monique Möbus-Zweig
Präsidentin
Wirtschaftsjunioren Ostbrandenburg
Frankfurt (Oder), den 26. April 2012
Besuch des Landes-Wirtschaftssenats beim Tagesspiegel in Berlin sowie im Druckhaus Spandau
Der Wirtschaftssenat des Landesverbandes Berlin-Brandenburg besuchte die Redaktion des Tagesspiegel am Anhalter Bahnhof und besichtigte das Druckhaus Spandau des Axel Springer Verlags. Gesprächspartner wie Gerd Appenzell, Chefredakteur von Berlin Maximal, Constance Frey oder Thomas Wurster erläuterten die Entstehung der Tageszeitung und des Magazins Berlin Maximal von der Redaktionskonferenz bis zur Auslieferung. Fotos: Klemt
Alles im grünen Bereich ? - Cem Özdemir im Gespräch
Berlin. Die RUWE GmbH und Klaus Dieter Tschäpe als eloquenter Gastgeber und Geschäftsführer vereinen auf sich wesentliche Tugenden des Mittelstandes: Als Familienbetrieb wurde die Firma in die Spitzenklasse der Dienstleistungsunternehmen geführt. Vor allem im Winter schätzen die Berliner seine Verlässlichkeit und Flexibilität. Modernste Logistik ermöglicht den effizienten Einsatz der größten privaten Fahrzeugflotte Deutschlands. Das gilt auch für die 2.000 von RUWE betreuten Immobilien.
Aber wie viel Verlässlichkeit darf der Mittelstand von der Politik erwarten? Ist auch dort „Alles im grünen Bereich“? Cem Özdemir, Bundesvorsitzender der Grünen und politischer Berater des BVMW, neigte bei der Antwort eher zur Zurückhaltung - vor allem, was die anderen Parteien betraf. Über die Herausforderungen ist man sich einig: Sie reichen von Europa und dem Euro bis zur Energiewende in Deutschland. „Für die Energiewende gibt es keine Strategie. Man blockiert sich gegenseitig“, räumte Özdemir ein. „Die Atomlobby regiert nach wie vor.“
Auch „was wir eigentlich mit Europa machen wollen“ sieht er eher ungeklärt. „Zu Europa gehört Verlässlichkeit und die Ehrlichkeit zu sagen, dass es zum Beispiel bei Griechenland eines langen Atems bedarf“. Neben Solidität sei auch Solidarität gefragt. „Wir haben Steuergelder verbrannt, weil wir am Anfang dieses Prozesses Spekulationen zugelassen haben.“ Wen wird ein Volk als nächstes wählen, das „die Agenda 2010 jetzt jeden Monat hat“? Özdemir plädierte auch für Bürokratieabbau durch eine EU-weite Mehrwertsteuerregelung sowie für politische Reformen, wie die Aufstellung europaweiter Spitzenkandidaten. Sieben bis acht Milliarden Euro koste die EU Deutschland jährlich. „Was wir dafür erhalten, ist mit Geld nicht aufzuwiegen. Es reicht von Stabilität und Frieden bis zu den Rahmenbedingungen unseres Exports.“
Innenpolitisch skizzierte Özdemir grüne Ziele beispielsweise in der Verkehrspolitik nach dem Prinzip Straßenerhaltung vor Neubau, Schienenverkehr vor Straßenverkehr, neue Formen des Individualverkehrs in den Städten.
Die Solarbranche beschrieb er als „eine Leitindustrie, deren Abwicklung nicht zugelassen werden darf“. Weder dürfe die Führungsposition bei der Herstellung von Dünnschichtmodulen preisgegeben, noch auf weitere Forschung und Entwicklung verzichtet werden.
Eine Zukunft der Kohleverstromung sehe er hingegen nicht, wohl aber eine Notwendigkeit für die fortgesetzte Entwicklung der CCS-Technologien. „Global bleibt die Kohle relevant und damit auch die Frage der CO2-Verpressung.“ Für Deutschland jedoch liege die Zukunft in den erneuerbaren Energien, die bis 2030 bereits 35 Prozent des Energiebedarfs decken sollen.
Der kriminalisierte Mittelstand
Jesko Trahms ist einer der renommiertesten Strafverteidiger der Bundesrepublik. Auf Initiative von BVMW-Mitglied Thomas Meissner trat er in Frankfurt vor Unternehmern aus Ostbrandenburg auf. Großzügig unterstützt wurde die Veranstaltung „Kriminalisierter Mittelstand“ von der Allianz, die auch mit Informationen zu ihren spezifischen Angeboten vertreten war.
Jesko Trahms machte auf die Gefahren aufmerksam, die mit der Verantwortung für ein Unternehmen einhergehen. Was zum Beispiel haben der dümmste Angestellte, der entlassene Mitarbeiter, die zerbrochene Liebe und der hungrige Konkurrent gemeinsam? Sie können, auch im Falle sich - meist sehr viel später - herausstellender Unschuld, mit einer kleinen Anzeige ein tiefes Loch in die Kasse und in die Kundenkartei eines Unternehmens reißen. Denn auf den Kosten für die Verteidigung im Strafverfahren bleibt auch der Freigesprochene sitzen und auf den wirtschaftlichen Schäden in seinem Unternehmen ohnehin. Bei entsprechenden Vorwürfen kann es auch schon mal eine Festnahme geben. Dass ein Ermittlungsrichter dem entsprechenden Begehren eines Staatsanwalts prüfend nachginge, hält Trahms für eher unwahrscheinlich. Damit seien sie angesichts der Antragsflut schlicht überfordert. „Wir haben einmal“, kolportiert er, „einem Ermittlungsrichter einen Haftbefehl gegen sich selbst vorlegen lassen. Auch den hat er unterschrieben. Allerdings wurde er nicht vollstreckt.“
Wie dünn das Eis ist, auf dem sich Unternehmer in freundlichem Umgang miteinander bewegen, zeigen Fälle der Vorteilsgewährung oder Vorteilsnahme ebenso, wie die Zahl der Strafverfahren, die aus Steuer- und Betriebsprüfungen, ja sogar aus Familienrechtsstreitigkeiten heraus eingeleitet werden. „Die Steuerprüfung ist zu einer strafrechtlichen Rasterfahndung geworden.“ Auch das Problem wirklicher oder vermeintlicher Scheinselbständigkeit hat bei den Rechtsstreitigkeiten zugenommen, berichtet der erfolgreiche Verteidiger.
Aber vielen Risiken lässt sich bereits im Vorfeld begegnen. Wer eine eigene Firmenflotte hat, wird sich von seinen Fahrern allmonatlich den Führerschein zeigen lassen und das auch dokumentieren. Das ist nur eine Facette aus der Vielfalt der vorbeugenden Maßnahmen. In ihrer Gesamtheit nennt man diese Grundsätze und Maßnahmen zur Einhaltung der Gesetze und Vermeidung von Regelverstößen im Unternehmen Compliance Management System. Ein solches System bedarfsgerecht zu implementieren, bietet Rechsanwalt Jesko Trahms mit seiner Kanzlei Peters Rechtsanwälte in Düsseldorf seine Unterstützung an (www.peters-legal.com).
Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, sich auch gegen das Kostenrisiko eines Verfahrens zu versichern. Eine Strafrechtsschutzversicherung beispielsweise wird von der Allianz in Deutschland angeboten.
Ohnehin ist die öffentliche Hauptverhandlung für den Staranwalt nur ultima ratio. Freisprüche sind selten vor deutschen Gerichten und eine Strafprozessordnung, die in wesentlichen Teilen aus dem vorvorigen Jahrhundert stammt, macht die Republik, was die Möglichkeiten des Beklagten angeht, nicht zu dem leuchtenden Vorbild, das Deutschland in der Welt gerne wäre. Lösungen unterhalb des Prozesses sind deshalb für Trahms die erstrebenswerteren. „Aber auch die kosten etwas.“
Kunst im anatolischen Gewölbe
Wenn Lutz Dallmann mit seinen mehr als 70 Lenzen zum Saxophon greift und den Blues singt, bleibt manchem der Mund offen stehen, und wenn der Fotograf Matthias Kapke (www.fotoka.de) seine Aktaufnahmen vorstellt und über die Live-Fotografie berichtet, die er zu verschiedenen Anlässen anbietet, sind davon nicht nur Männer entzückt; wenn Ellen Luckas (www.maerchenzauber-mit-musik.de) Märchen über Mann und Frau erzählt und zum Akkordeon ihre Volkslieder vorträgt, möchte man mitsingen, und wenn Henry-Martin Klemt seine Liebesgedichte rezitiert, konstatiert man, dass er nicht nur Monatsbriefe gern verfasst. Als Kenner von Isabelle Allende und Franz Fühmann und charmanter Vorleser entpuppte sich Kreisgeschäftsführer Nik Nitschmann, der zu diesem ungewöhnlichen Neujahrsempfang bei der BKW Bildungswerk Kreuzberg GmbH eingeladen hatte.
Deren Atrium bot ein bezauberndes Ambiente, das es nicht zuletzt dem Hausherrn Nihat Sorgec verdankt. Er hat es mit eigenen Händen und in Erinnerung an seine anatolische Heimat nicht nur mit einer bemerkenswerten Bilderschau, sondern auch mit einer nach alter Rezeptur aus den Pigmenten der roten Erde hergestellten Farbe gestaltet. Nun wurde der Raum zur Bühne für Unternehmer, die anderen Unternehmern mit Musik und Kunst ein frohes, sinnliches Erlebnis verschafften. Ehrengast des Abends war Kreuzbergs Bezirksbürgermeister Dr. Franz Schulz, aber auch Jazzradio Berlin interessierte sich dafür, was der Mittelstand außer Wirtschaften noch alles kann.
Zudem bot sich bei gutem Essen ganz nach Art des Hauses allen Gästen mannigfaltige Gelegenheit zum besseren Kennenlernen und zum gegenseitigen Austausch. Alle Akteure des Abends sind übrigens auch bei anderen Gelegenheiten zu erleben. Kapke mit Ausstellungen, Klemt mit Lesungen, Dallmann auf den Tegeler Seeterrassen (zum Beispiel am 2. März beim Jazz in der Hafenbar) und Luckas überall, wo kleine oder große Zuhörer sich in die nicht nur zauberische, sondern auch weise Welt der Märchen entführen lassen.
Leitfaden für Unternehmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Pflege
Das Thema Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Pflege rückt angesichts der demografischen Entwicklung im Land Brandenburg seit einiger Zeit stärker in den Blickpunkt der Arbeitsmarktpolitik.
Mit der Verabschiedung des Gesetz über die Pflegezeit im Jahr 2008, sind zunehmend auch die Unternehmen mit dieser Problematik konfrontiert. Das stellt besonders für die kleinen- und mittelständischen Unternehmen eine große Herausforderung dar, da die personellen, finanziellen und zeitlichen Möglichkeiten oft begrenzt sind. Verstärkend kommt hinzu, dass die KMU jetzt schon unter Fachkräftemangel leiden.
Über 40% der Pflegenden müssen den Spagat zwischen Pflege und Beruf meistern . Das bedeutet für die Unternehmen , dass sie ein pflegefreundliches Arbeitsumfeld schaffen müssen, das die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Pflege sichern hilft. Die Pflege erfordert viel Kraft von den Betroffenen und erhöht das Risiko krankheitsbedingt auszufallen. Aber Fehlzeiten kann sich kein Unternehmen leisten.
Was kann ein Unternehmer tun, um seine pflegenden Beschäftigten zu unterstützen?
Diese Frage stellten sich auch die Experten des Projekt „Vereinbarkeit von Pflege und Arbeit International- PARI“, das im Rahmen der Richtlinie des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie zur Förderung des Transnationalen Wissens- und Erfahrungsaustausches realisiert wurde.
Da unsere Unternehmer keine Pflegespezialisten sind und auch andere Aufgaben zu erfüllen haben, sollte ein Werkzeug geschaffen werden, dass es den Unternehmern ermöglicht, mit geringen Aufwand seine pflegenden Mitarbeiter zu unterstützen.
Unter Federführung des Zentrums für Sozialforschung Halle e.V. an der Martin-Luther-Universität in Halle und der tamen. Entwicklungsbüro Arbeit und Umwelt GmbH und des BVMW OHV/HVL ist ein Leitfaden für Unternehmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Pflege entstanden, den wir hier als pdf zur Verfügung stellen.
Neben Informationen für Unternehmen zu gesetzlichen Grundlagen, Kosten und Finanzierung, enthält er konkrete Handlungsmöglichkeiten mit den entsprechenden Instrumentarien für die Erfassung der Struktur und Bedarfe der Pflegeverantwortlichen, eine Auflistung möglicher Unterstützungsangebote und eine Übersicht praxiserprobter Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Pflege.
Ein weiter Teil des Leitfadens enthält Informationen für pflegende Beschäftigte, die der Unternehmer unkompliziert an seine Mitarbeiter weitergeben kann.
Für den Landkreis Oberhavel wurde der Leitfaden durch die Darstellung der Pflegedienstleistungsstruktur im Landkreis ergänzt, so dass man sofort den konkreten Dienstleister kontaktieren kann.
Mit diesem Leitfaden geben wir den Unternehmen ein Instrument in die Hand, mit dem sie effektiv in der konkreten Situation reagieren, ihre Mitarbeiter unterstützen und somit für das Unternehmen erhalten können.
Leitfaden für Unternehmen
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1. Unternehmer-Solarkonferenz setzt Zeichen
Wustermark. „Ich kann Fred Kehler als Mitglied des BVMW-Landeswirtschaftssenats und Geschäftsführer der B5Solar nur zu seiner Initiative beglückwünschen und allen Partnern von der Nagel Group bis zur Zukunftsagentur Brandenburg danken“, sagte Dr. Dieter Kapell zum Abschluss der 1. Unternehmer-Solarkonferenz im GVZ Wustermark. 200 mittelständische Unternehmer hatten sich dort getroffen, um das komplexe Thema der Solarenergie und Photovoltaik zu erörtern, unternehmerische Chancen auszuloten, politische Rahmenbedingungen zu beleuchten und sich mit Nachdruck dafür einzusetzen, dass die beschlossene Energiewende mit Leben erfüllt wird. Auf dem Unternehmnsgelände der Nagel Group war zu diesem Zweck nicht nur ein temporäres Konferenzzentrum entstanden. Darüber hinaus gab es Ausstellungen zahlreicher Unternehmen der Branche, die Gelegenheit, mit einem metallic glänzenden Elektro-Roller Probe zu fahren und die Möglichkeit, mein Come-togehter neue Kontakte zu knüpfen. Die Teilnehmer der Konferenz kamen vor allem aus der Hauptstadtregion. Den weitesten Weg hatte zweifellos Kevin Ying von der Tianwei New Energy aus China. Der Minister für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg, Ralf Christoffers, setzte ermutigende Zeichen für die energiepolitische Strategie des Landes bis 2030. Eine wichtige Säule dafür sei die gesellschaftliche Akzeptanz bei der Nutzung Erneuerbarer Energien, so der Minister. „Wir verfügen in Brandenburg über keinen konfliktfreien Energieträger“, sagte er unter Verweis auf rund 30 Bürgerinitiativen, die sich im Zusammenhang mit der Energiepolitik gebildet hätten. Es finde nicht nur eine Verlagerung der Energieerzeugung von Süden nach Norden und von zentralen Produktionseinrichtungen zu dezentralen statt. „Die Energiewende bedeutet auch einen tiefen Einschnitt in die Lebenswirklichkeit der Menschen“, so Christoffers. Zugleich seien in der Hauptstadtregion 15.000 Arbeitsplätze mit den Erneuerbaren Energien verbunden.Gegenüber dem Bund fordert Christoffers eine Beteiligung am Ausbau des 110-KV-Netzes in Brandenburg. Eine Studie der BTU Cottbus habe gezeigt, dass von zwei Milliarden Euro für den notwendigen Netzausbau allein 1,2 Milliarden Euro für das 110-KV-Netz benötigt würden. Diese Kosten soll nach dem Willen des Bundes das Land tragen. „Dadurch werden Regionen mit einem hohen Anteil Erneuerbarer Energien benachteiligt“, so Christoffers.
Auch Dr. Dieter Kapell nutzte das Podium, um deutliche Worte in Richtung Berlin zu artikulieren: „Herr Rösler, wir sagen Ihnen: Hände weg vom Einspeisegesetz! Hände weg von der Solarstromförderung.“ Zugleich forderte der Landesgeschäftsführer des BVMW die Gemeinden auf, Dachflächenkataster zu schaffen, um der Photovoltaiik den Weg zu ebnen. Für den Mittelstand sei die Energiewende eine Herausforderung und ein Abenteuer, sagte Dr. Kapell weiter. Der Mittelstand beanspruche zu Recht einen hohen wirtschaftlichen Anteil an der Umgestaltung des Energie-Mixes. Das betreffe neben der Stromerzeugung auch die Gebäudesanierung, das Gebäudemanagement und weitere Dienstleistungsbereiche. "Mittelständisch zu sein, bedeutet dezentral zu wirken. Das entspricht auch der Veränderung der Energiepolitik hin zu dezentralen Lösungen, die an die regionalen Quellen und Möglichkeiten anknüpfen.“
Wie Investitionen in die Photovoltaik finanziert, geplant und umgesetzt werden können, aber auch, welche Arten von Modulen die Zukunftstrends bestimmen und wie sich der globale Markt entwickelt, erfuhren die Konferenzteilnehmer in den zehn Vorträgen von Firmenvertretern, Dienstleistern und Politikern. Zum Abschluss des Tages verabschiedete die Tagung eine Erklärung, mit der die Konferenzteilnehmer die politischen Entscheidungen zur Energiewende ausdrücklich unterstützen. "Wir rufen gleichzeitig dazu auf, die Energiekonzepte der Länder Brandenburg und Berlin und damit die Energiewende durch aktives Handeln zu begleiten".
Tropical Islands folgt einer Vision
Krausnick. Was ist nun eigentlich Tropical Islands? Eine Art Holodeck für verhinderte Globetrotter? Ein überdachtes Spaßbad? Ein Freizeitpark ohne Kassenschluss? Und was macht man mit diesen Deutschen, die beim Stichwort Tropen so oft an die Karibik denken und so selten an Fernost? Mit solchen Fragen schlägt Rainer Wilkens sich seit fünf Jahren herum. Dass der Marketingexperte daran seine Freude hat, merkten die 30 Unternehmer aus dem Süden Brandenburgs sehr schnell bei ihrem Besuch in Krausnick, den BVMW-Kreisgeschäftsführer Ralf Henkler mit Tropical Islands gemeinsam organisiert hatte.
„Wenn Sie in die Halle kommen, was kaufen Sie? - Ästhetik“, erklärte Wilkens. Seine Aufgabe sieht er darin, „aus Psychologie Euros“ zu machen. Denn in der 66.000-Quadratmeterhalle stecken an die 100 Millionen Euro Investitionen. Die größte freitragende Halle der Welt ist eine Sammlung von Superlativen: mit dem höchsten Rutschenturm Deutschlands, mit 10.000 Quadratmetern Regenwald, 30.000 Pflanzen und Gehölzen von vier Kontinenten, mit 8.000 Quadratmetern Dampfbad-Landschaft und alles in allem 5.000 Gästen, die sich gleichzeitig in der Halle amüsieren und die beschäftigt sein wollen. Aber Wilkens, der die Unternehmer auf vielen entdeckungsreichen Pfaden durch dieses Dorado führte, visiert ein „vierdimensionales Themenhotel“ an, wobei „die vierte Dimension das Klima ist“. Deshalb erkennt heute jemand, der vor ein paar Jahren dort war, Tropical Islands kaum noch wieder.
„Natürlich ist es leichter, ein Produkt neu auf den Markt zu bringen, als ein Produkt mit einem etwas verkorksten Start zu replatzieren“, räumt Wilkens ein. Doch gerade diese Herausforderung sucht er. Die Auslastung der Übernachtungsmöglichkeiten liegt mittlerweile bei 70 Prozent - und es wird weiter gebaut. In der Halle an einem Fluch-der-Karibik-Schloss und davor an den Novasol-Ferienhäusern. Denn Rainer Wilkens und das Tropical Islands-Team folgen keinem Plan, sondern einer grandiosen Vision.
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